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07.03.2019

Handelskammer bringt Existenzgründer in Schwierigkeiten

Flickr_TimReckmann.jpgHeute möchte ich von einer fast gescheiterten Existenzgründung berichten, bei der die IHK durch sehr fragwürdige Arbeit eine Existenzgründung fast zum Scheitern gebracht hätte.

Viele Existenzgründer machen sich aus einer Arbeitslosigkeit heraus selbständig und beantragen für die erste Zeit einen sog. Gründungszuschuss, um die privaten Ausgaben weiter decken zu können. Um den Gründungszuschuss bewissligt zu bekommen, ist neben der Vorlage eines Businessplans und diverser Kalkulationen für Ermittlung der Tragfähigkeit auch die Vorlage einer Stellungnahme einer fachkundigen Stelle erforderlich.

Nun denkt wahrscheinlich jeder, dass die IHK für die Ausstellung dieser “Fachkundigen Stellungnahme” die wohl erste und beste Anlaufstelle sein sollte, hat sie doch die satzungsgemäße Aufgabe, für ihre Mitglieder zu arbeiten.

In diesem Fall lief es aber etwas anders.

Die für Existenzgründungen zuständige Stelle hatte leider Bedenken, was die Tragfähgkeit des Vorhabens betraf und wollte daher diese Stellungnahme nicht positiv abgeben.

Anstatt nun aber dem Existenzgründer dies so mitzuteilen und den entsprechenden Antrag ohne Angaben wieder auszuhändigen, wurde die negative Beurteilung in einem verschlossenen Umschlag ausgehändigt, mit der Anweisung, dass dieser Umschlag ungeöffnet so der Agentur für Arbeit zu übergeben sei.

Der Existenzgründer vertraute natürlich auf die Aussagen aus dem persönlichen Gespräch vor Ort mit der Sachbearbeiterin und übergab den verschlossenen Brief dem Bearbeiter bei der Arbeitsagentur.

In der Folge wurde der Gründungszuschuss verwehrt!

Wir haben für unseren Kunden in diesem Fall eine Stellungnahme bei der IHK angefordert. In dieser gab eines der Mitglieder in der Geschäftsführung an, dass dies ein normales Verfahren sei und man selbstverständlich im Sinne des Mitglieds gehandelt habe. Im übrigen gäbe es auch keinen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss, so dass dieser auch aus anderen Gründen hätte versagt worden sein können.

Wir haben dann mit diversen Maßnahmen unseren Kunden unterstützt, zunächst seine private Existenz zu sichern und später zur Bewilligung des Gründungszuschusses verholfen. Glücklicherweise konnten über einen Fördertopf für Unternehmen in Schwierigkeiten Zuschüsse für diese “Rettungsaktion” abgerufen werden, so dass der Gründer nur einen kleinen Eigenanteil der Beratungskosten selbst tragen musste. Zusätzlich hat das Unternehmen von uns ein Konzept für eine umfassende Unternehmensführung und optimalen Organisationsaufbau erhalten.

An dieser Stelle empfehlen wir aber allen Mitgliedern der IHK und insgsamt allen Existenzgründern, niemals einen verschlossenen Brief ohne Kenntnis des Inhalts an eine andere Behörde zu übergeben. Sie haben stets einen Anspruch auf Kenntnis des Inhalts. Prüfen Sie dies immer, um die o.g. Folgen zu vermeiden.

Wenn Sie nicht sicher sein sollten, melden Sie sich. Wir unterstützen Sie dabei!

Ihr Team von BHM Consulting

Vielen Dank für die Bereitstellung des Bildes an Tim Reckmann.
Verwendung des unveränderten Bildes unter Nutzung der Creative Commons Lizenz.

Admin - 12:26 @ Allgemein, Finanzierung | Kommentar hinzufügen

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